Archive für 24.2.2011

Noch mal zum Harzticket (Hatix).

Noch mal zum Harzticket (Hatix),

Nun ist es durchaus Berechtigt und gut, über den Sinn eines solchen Tickets nachzudenken, und für und wieder abzuwägen. Das es Gründe gibt, welche dagegen sprechen, liegt auf der Hand, auch ohne zu spekulieren und zu vermuten. Die Gründe für ein solches Ticket sind hingegen dürftig! Denn nur um Touristen etwas für ihre Kurtaxe zu bieten, also bitten um des Bittenswillen, läst einige Fragen offen und ist letztlich nur Augenwischerei, wenn die Leistung selbst betrachtet wird. Somit gibt es durchaus Gründe dafür, wenn oberflächlich betrachtet wird. Und selbst Diskussionen schützen nicht immer davor an der Oberfläche zu verweilen. Was aber wenn etwas tiefer gegriffen wird und konkrete Zahlen in die Betrachtung einbezogen werden.

So wurden 2009 für Quedlinburg 181.847 Übernachtungen vermerkt, wobei die „Angaben des Statistischen Bundesamtes“ Betriebe ab 8 Betten berücksichtigt. Da es in Quedlinburg aber nicht wenige Übernachtungsmöglichkeiten unterhalb dieser Bettenzahl gibt, und die Kurtaxe erst 2009 eingeführt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Übernachtungen etwas höher ausgefallen ist. Wie die aktuellen Zahlen aussehen, kann ich nicht sagen, sie werden sich wahrscheinlich in besagter Größenordnung bewegen.

Die Besucherzahl gerundet auf 181.000 einmal zu Grunde gelegt, würde Bedeuten, dass an die Ticket betreibende Gesellschaft, die Harz AG, ein Unternehmen privat öffentlicher Partnerschaft (Public Private Partnership) jährlich 54.300€ zu zahlen wären. Wie für solche Unternehmen üblich, sind sie darauf ausgelegt, private Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit zu erzielen. (Ein gutes Beispiel dafür ist die zu eröffnende Terme in Thale, für welche die Stadt jährlich und das 30 Jahre lang, 487.000 Euro zahlen muss, unabhängig von der Ertragslage.) Was auch in diesem Fall nicht anders ist, da die Gelder dem Einfluss der Stadt entzogen werden. Solche Gesellschaften dienen in erster Linie dazu, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren, was über diesem Weg sogar parallel erfolgen kann. Wenn nun die Kurtaxe nicht um besagte 30 Cent erhöht wird, ja werden kann, wäre dieser Beitrag von der gegenwärtigen Kurtaxe zu zahlen. Was nichts anderes bedeuten würde, als das der Kommune dieses Geld eben nicht mehr zur Verfügung steht. Unterm Strich dem Einfluss der Kommune also entzogen. Wen dann noch davon ausgegangen wird, dass nicht unbedingt jeder Tourist das Bedürfnis verspürt Bus zu fahren, kann ein solches Ticket nicht als vorteilhaft betrachtet werden. Nicht für die Stadt, aber auch nicht für die Touristen!

In diesem Zusammenhang wäre es durchaus interessant, wenn die Harz AG die Karten auf den Tisch legen würde, in dem Verträge und Kostenstruktur allseitig offen gelegt werden, welche mit dem Harzticket verbunden sind. Also nicht nur die Verträge mit den Kommunen, sondern auch die mit den Busunternehmen geschlossenen. Das die Harz AG daran interessiert ist, dass gerade auch eine Stadt wie Quedlinburg sich daran beteiligt, ist in erster Linie der touristischen Bedeutung der Stadt geschuldet, sowie der Übernachtungszahlen, welche dem Vorhaben einen bestimmten Grundsockel an Einnahmen sichert. Die Vorsicht, welche durch den Stadtrat und dem Ausschuss an den Tag gelegt wurde, ist zu begrüßen, genau wie die Skepsis des Bürgermeisters, sowie des Geschäftsführers der Quedlinburg Tourismus Marketing GmbH. Wobei die Begründung einer Ablehnung eigentlich nicht der Spekulation und Vermutung bedarf.

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Harzticket und Kurtaxe, Bus fahren bis zum Abwinken!?

Harzticket und Kurtaxe, Bus fahren bis zum Abwinken!?

Umverteilung ist nicht, mehr soll es aber auch nicht sein und so kommt sich der Geschäftsführer der Harz AG „wie ein Staubsaugervertreter vor.“ Sicher ein erfolgloser, wobei es ja auch erfolgreiche Staubsaugervertreter geben soll, welche den einen und anderen Staubsauger verkaufen. Somit ein etwas hinkendes Gleichnis, was die Frage aufwirft, ob der Herr etwas gegen Staubsaugervertreter hat, wenn er abwertend fabuliert? Eines hat er in jedem Fall mit einem Staubsaugervertreter gemein, er wollte etwas verkaufen, in seinem Fall pries er Quedlinburger Stadträten, also Volksvertretern „die Vorzüge des Harz-Tickets“, welches diese nicht unbedingt kaufen wollten, jedenfalls nicht sofort, wie einem Beitrag in der MZ zu entnehmen. (Was macht eigentlich ein Staubsaugervertreter, vertritt er Staubsauger, oder verkauft er diese? Und was macht eigentlich ein Volksvertreter vertritt …? Vielleicht doch nicht so schlecht, das Gleichnis.)

Wie für Verkaufsstrategen üblich, wird das Produkt angepriesen und vor allen auch darauf verwiesen, wie viele sich schon dafür entschieden hätten. Der Preis wird auch genannt, es kostet nur 30 Cent pro Übernachtung und Tourist und dafür kann er, der Tourist, mit den Bus kreuz und quere durch den Harzkreis fahren. Ist doch was, die Kommune hat eine Gegenleistung für die Kurtaxe, der Tourist kann Bus fahren bis zum Abwinken und die Harz AG freut sich, denn ihr Topf für ihr Projekt füllt sich.

Aber „Quedlinburg zögert noch“, nicht ganz Quedlinburg, aber doch einige Entscheidungsträger! Dass diese, wie im Verkauf oft üblich, Einwände und/oder Vorwände parat haben, wundert nicht, ein guter Verkäufer kennt den Unterschied und weiß damit umzugehen. Und da vorbeugen besser ist, als nach hinten fallen, wird als Gegenargument schon mal angebracht, was der Tourist so alles bemängeln könnte, ob er es würde, bleibt zwar dahingestellt, die Vermutung, der Verdacht allein schon zählt! Jedenfalls für den Geschäftsführer der Quedlinburg Marketing GmbH, wie dem Beitrag zu entnehmen, und alles andere als neu ist. Woher der Wind aber eigentlich weht, ist auch zu erfahren, wenn geschrieben wird, das im Falle der „Kurtaxe – ein Mehr um mindestens 30 Cent pro Übernachtung … notwendig“, und dieses „den Hotels und Pensionen schwer zu vermitteln“ wäre. Das ist schon ein Problem, da es für die Kurtaxe keine nennenswerte Gegenleitungen gibt und die Kurtaxe eigentlich schon verplant ist, scheint umschichten nicht möglich, und so muss der Preis für grenzenloses Bus fahren, in den Grenzen des Harzkreises, eben zusätzlich erhoben werden.

Welche Schlüsse aus der Feststellung der Mängel des Harzticket und der schwer zu vermittelnden Erhöhung der Kurtaxe gegenüber „den Hotels und Pensionen“ gezogen werden können, sei jeden selbst überlassen.

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