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Harzticket und Kurtaxe, Bus fahren bis zum Abwinken!?

Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 24.2.2011 @ 01:23 In Quedlinburg | 1 Kommentar

Harzticket und Kurtaxe, Bus fahren bis zum Abwinken!?

Umverteilung ist nicht, mehr soll es aber auch nicht sein und so kommt sich der Geschäftsführer der Harz AG „wie ein Staubsaugervertreter vor.“ Sicher ein erfolgloser, wobei es ja auch erfolgreiche Staubsaugervertreter geben soll, welche den einen und anderen Staubsauger verkaufen. Somit ein etwas hinkendes Gleichnis, was die Frage aufwirft, ob der Herr etwas gegen Staubsaugervertreter hat, wenn er abwertend fabuliert? Eines hat er in jedem Fall mit einem Staubsaugervertreter gemein, er wollte etwas verkaufen, in seinem Fall pries er Quedlinburger Stadträten, also Volksvertretern „die Vorzüge des Harz-Tickets“, welches diese nicht unbedingt kaufen wollten, jedenfalls nicht sofort, wie einem [1] Beitrag in der MZ zu entnehmen. (Was macht eigentlich ein Staubsaugervertreter, vertritt er Staubsauger, oder verkauft er diese? Und was macht eigentlich ein Volksvertreter vertritt …? Vielleicht doch nicht so schlecht, das Gleichnis.)

Wie für Verkaufsstrategen üblich, wird das Produkt angepriesen und vor allen auch darauf verwiesen, wie viele sich schon dafür entschieden hätten. Der Preis wird auch genannt, es kostet nur 30 Cent pro Übernachtung und Tourist und dafür kann er, der Tourist, mit den Bus kreuz und quere durch den Harzkreis fahren. Ist doch was, die Kommune hat eine Gegenleistung für die Kurtaxe, der Tourist kann Bus fahren bis zum Abwinken und die Harz AG freut sich, denn ihr Topf für ihr Projekt füllt sich.

Aber „Quedlinburg zögert noch“, nicht ganz Quedlinburg, aber doch einige Entscheidungsträger! Dass diese, wie im Verkauf oft üblich, Einwände und/oder Vorwände parat haben, wundert nicht, ein guter Verkäufer kennt den Unterschied und weiß damit umzugehen. Und da vorbeugen besser ist, als nach hinten fallen, wird als Gegenargument schon mal angebracht, was der Tourist so alles bemängeln könnte, ob er es würde, bleibt zwar dahingestellt, die Vermutung, der Verdacht allein schon zählt! Jedenfalls für den Geschäftsführer der Quedlinburg Marketing GmbH, wie dem Beitrag zu entnehmen, und alles andere als neu ist. Woher der Wind aber eigentlich weht, ist auch zu erfahren, wenn geschrieben wird, das im Falle der „Kurtaxe – ein Mehr um mindestens 30 Cent pro Übernachtung … notwendig“, und dieses „den Hotels und Pensionen schwer zu vermitteln“ wäre. Das ist schon ein Problem, da es für die Kurtaxe keine nennenswerte Gegenleitungen gibt und die Kurtaxe eigentlich schon verplant ist, scheint umschichten nicht möglich, und so muss der Preis für grenzenloses Bus fahren, in den Grenzen des Harzkreises, eben zusätzlich erhoben werden.

Welche Schlüsse aus der Feststellung der Mängel des Harzticket und der schwer zu vermittelnden Erhöhung der Kurtaxe gegenüber „den Hotels und Pensionen“ gezogen werden können, sei jeden selbst überlassen.

Aber es gibt nicht nur Kritiker, welche sich so manches Vorwandes bedienen, sondern auch Befürworter, die durchaus erkennen, welche Vorteile dieses Harzticket (Hatix) für die Regionalen Verkehrunternehmen haben. Das in diesem Zusammenhang festgestellt wird, dass wie so oft herausgehoben wird, warum etwas nicht geht, anstatt sich mit produktiven Gedanken der Realisierung zu beschäftigen, verwundert nicht, sollte aber auch nicht über eventuelle Hintergründe hinwegtäuschen. So manches Argument, so mache Herangehensweise, ist nicht dem Nichtkönnen, sondern dem Nichtwollen geschuldet. Da helfen markige Sprüche auch nicht weiter! Besonders nicht, wenn der ersten Abweisung eine zweite folgt, in dem auch der Bürgermeister sich im Kaffeegrundlesen versucht und vermutet, wie Kritik ausfallen wird. Dem nicht genug, ein Ass ist  noch im Ärmel, denn seit der Gebietsreform gilt es die eingemeindeten Gemeinden zu befragen, wobei sich als Problematisch eine Erhöhung der Kurtaxe für die Nutzer des Zeltplatzes in Gernrode erweisen könnte. Ausnahmen kann es anscheint nicht geben, wobei eine Vereinheitlichung der Kurtaxe im neuem Stadtgebiet durchaus angebracht wäre, denn in Bad Suderode werden jetzt schon 1,75€ erhoben, also 25 Cent mehr als in Quedlinburg.

Letztlich findet sich immer ein Weg, wo es einen Willen gibt, und diesen hat der Quedlinburger Fremdenverkehrverein, in welchen es eine Diskussionen zum Gegenstand der Betrachtung gegeben hat und eine anfängliche Skepsis und Ablehnung gegenüber dem Hatix, sich in Zustimmung gewandelt hat. Hier haben sich also Betroffene, welchen dieses Vorhaben angeblich schwer vermittelbar ist, das Hatix selbst vermittelt, was ein Hotelbetreiber noch untermauert, in dem er feststellt: „Wir können den Leuten nicht vermitteln, dass ihr Geld in die Grünpflege und in die Toiletten fließt. Das sind Grundvoraussetzungen. Mit dem Hatix gibt es zum ersten Mal einen Gegenwert, auch wenn der vielleicht nicht so gut ist, wie es wünschenswert wäre. Das Hatix ist aber ein Anfang.“ (Was das Vermittlungsproblem der Kurtaxe betrifft, so kann es dieses sicher geben, allein die Touristen akzeptieren diese als Gegeben, allein schon, weil sie es von wo anders gewohnt sind. Selbst wenn es keine gesonderten Angebote gibt, gibt es genügend Argumente, welche von den Touristen akzeptiert werden.)

Erst einmal wurde der Gegenstand der Betrachtung verwiesen und vertagt, im Mai soll entschieden werden, „in diesem Zusammenhang soll dann auch die Kurtaxe vereinheitlicht werden.“ Der Ausgang kann sicher mit Spannung erwartet werden, genauso wie die Angleichung der Kurtaxe, ob diese nach oben, oder nach unten erfolgt.  

 


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