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Noch mal zum Harzticket (Hatix).
Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 24.2.2011 @ 16:19 In Quedlinburg | 1 Kommentar
Noch mal zum [1] Harzticket (Hatix),
Nun ist es durchaus Berechtigt und gut, über den Sinn eines solchen Tickets nachzudenken, und für und wieder abzuwägen. Das es Gründe gibt, welche dagegen sprechen, liegt auf der Hand, auch ohne zu spekulieren und zu vermuten. Die Gründe für ein solches Ticket sind hingegen dürftig! Denn nur um Touristen etwas für ihre Kurtaxe zu bieten, also bitten um des Bittenswillen, läst einige Fragen offen und ist letztlich nur Augenwischerei, wenn die Leistung selbst betrachtet wird. Somit gibt es durchaus Gründe dafür, wenn oberflächlich betrachtet wird. Und selbst Diskussionen schützen nicht immer davor an der Oberfläche zu verweilen. Was aber wenn etwas tiefer gegriffen wird und konkrete Zahlen in die Betrachtung einbezogen werden.
So wurden 2009 für Quedlinburg 181.847 Übernachtungen [2] vermerkt, wobei die „Angaben des Statistischen Bundesamtes“ Betriebe ab 8 Betten berücksichtigt. Da es in Quedlinburg aber nicht wenige Übernachtungsmöglichkeiten unterhalb dieser Bettenzahl gibt, und die Kurtaxe erst 2009 eingeführt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Übernachtungen etwas höher ausgefallen ist. Wie die aktuellen Zahlen aussehen, kann ich nicht sagen, sie werden sich wahrscheinlich in besagter Größenordnung bewegen.
Die Besucherzahl gerundet auf 181.000 einmal zu Grunde gelegt, würde Bedeuten, dass an die Ticket betreibende Gesellschaft, die [3] Harz AG, ein Unternehmen privat öffentlicher Partnerschaft (Public Private Partnership) jährlich 54.300€ zu zahlen wären. Wie für solche Unternehmen üblich, sind sie darauf ausgelegt, private Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit zu erzielen. (Ein gutes Beispiel dafür ist die zu eröffnende Terme in Thale, für welche die Stadt jährlich und das 30 Jahre lang, [4] 487.000 Euro zahlen muss, unabhängig von der Ertragslage.) Was auch in diesem Fall nicht anders ist, da die Gelder dem Einfluss der Stadt entzogen werden. Solche Gesellschaften dienen in erster Linie dazu, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren, was über diesem Weg sogar parallel erfolgen kann. Wenn nun die Kurtaxe nicht um besagte 30 Cent erhöht wird, ja werden kann, wäre dieser Beitrag von der gegenwärtigen Kurtaxe zu zahlen. Was nichts anderes bedeuten würde, als das der Kommune dieses Geld eben nicht mehr zur Verfügung steht. Unterm Strich dem Einfluss der Kommune also entzogen. Wen dann noch davon ausgegangen wird, dass nicht unbedingt jeder Tourist das Bedürfnis verspürt Bus zu fahren, kann ein solches Ticket nicht als vorteilhaft betrachtet werden. Nicht für die Stadt, aber auch nicht für die Touristen!
In diesem Zusammenhang wäre es durchaus interessant, wenn die Harz AG die Karten auf den Tisch legen würde, in dem Verträge und Kostenstruktur allseitig offen gelegt werden, welche mit dem Harzticket verbunden sind. Also nicht nur die Verträge mit den Kommunen, sondern auch die mit den Busunternehmen geschlossenen. Das die Harz AG daran interessiert ist, dass gerade auch eine Stadt wie Quedlinburg sich daran beteiligt, ist in erster Linie der touristischen Bedeutung der Stadt geschuldet, sowie der Übernachtungszahlen, welche dem Vorhaben einen bestimmten Grundsockel an Einnahmen sichert. Die Vorsicht, welche durch den Stadtrat und dem Ausschuss an den Tag gelegt wurde, ist zu begrüßen, genau wie die Skepsis des Bürgermeisters, sowie des Geschäftsführers der Quedlinburg Tourismus Marketing GmbH. Wobei die Begründung einer Ablehnung eigentlich nicht der Spekulation und Vermutung bedarf.
Was nun die Vermittlung der Kurtaxe gegenüber den Touristen anbelangt, dazu hatte ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben, wobei viele Touristen ein solches Problem nicht haben, sie akzeptieren die Kurtaxe, wie sie ist. Und wenn Fragen auftreten, so reicht oft ein Verweis auf die Situation in der Stadt, was den meisten Touristen nicht fremd ist. Viel wichtiger sollte in diesem Zusammenhang eigentlich sein, die Verwendung der Mittel aus der Kurtaxe zu kontrollieren und die bestehenden Angebote, Museen, Theater, Veranstaltungsreihen etc. in der Stadt zu erhalten. Wichtiger meines Erachtens, als den Touristen kostenfreie Busfahrten im Harzkreis zu ermöglichen!
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-abwinken/
[2] vermerkt: http://www2.quedlinburg.de/bi/pdf/00033667.pdf
[3] Harz AG: http://www.harz-ag.de/
[4] 487.000 Euro: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1297324350150
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