Was wäre wenn? Eine Frage, welche sich oft gestellt wird, wobei am realen Ergebnis sich dadurch nichts ändert. Für Gegenwart und Zukunft können dabei durchaus Schlüsse gezogen werden, was unter Umständen unter ähnlichen Bedingungen anders gemacht werden könnte. Ob es dann anders gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt. Dabei ist ein „alter“ Fehler unter veränderten Bedingungen, eben kein alter Fehler, sondern ein Neuer. Wenn es ein Fehler war! Nun, wer kann schon sagen, wozu es gut ist! Was aber, wenn eine altbekannte Situation nicht das altbekannte Ende findet, sonder fürs Leben fortgeschrieben wird? Das Happyend, ob nun negativ oder positiv zu werten, ausgeblendet wird? Was wäre wenn Shakespeare seine Protagonisten Romeo und Julia nicht hätte sterben lassen, sondern sie ins Eheglück geschickt hätte? Eine interessante Frage, was wäre wenn, das Leben weiter geht? Die Theatergruppe „Horizonte“ hat sich diesem Thema angenommen, wie folgendem E-Mail zu entnehmen ist und am 14. und 15. Mai finden die zwei letzten Veranstaltungen statt und gern gebe ich diese Empfehlung weiter:
Romeo & Julia – nach 20 Jahren ein alteingesessen groteskes Paar
Quedlinburg. Die Theatergruppe „Horizonte“ hatte bereits Ende April eine grandiose Premiere präsentiert. Im Kulturzentrum Reichenstrasse spielte die Tragödie von Shakespeare-Adaptionen „Ein tiefer Fall führt oft zu hohem Glück“. Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung sind die Hauptprotagonisten Romeo und Julia, allerdings als „alteingesessenes“ Ehepaar 20 Jahre nach ihrem vereitelten Gifttod. Alles läuft in seinem alltäglichen Trott, wenn nicht die aufmüpfige Tochter mit ihrem Liebhaber den Alttag gehörig aus den Fugen bringen würde.
Nicht nur seine Werke und Hauptdarsteller, selbst Shakespeare höchstpersönlich kommt zu Wort (und Tat!) in dem von Juliane Zein erarbeiteten wundervollem Stück. Die Hobbyschauspieler wirken ungeheuer glaubhaft und überzeugend in ihren Rollen, das Bühnenbild und die Ausstattung zeigt sich professionell und die Technik unterstreicht perfekt das Spiel. Eine Vorstellung voll von phantastischen Bildern, tiefsinnigen Gedankenspielereien, aber auch mit unvermeidlich grotesker Komik lässt die Inszenierung zu einem erlebnisreichen Glücksgefühl werden.
Inzwischen stehen bereits die letzten beiden Vorstellungen auf dem Programm, was unbedingt auch jüngeren Zuschauern empfohlen werden sollte. So wird die Neufassung Romeos und Julias nur noch am 14. und 15. Mai 2011 jeweils um 20.00 Uhr im Kulturzentrum Reichenstrasse aufgeführt. Kartenreservierungen werden empfohlen unter Telefon 03946 – 2640. Weitere Informationen unter www.reichenstrasse.de
Text & Foto: Eike Helmholz